Gefahren und Risiken einer Laserentfernung von Permanent Make Up, Microblading und Tätowierungen

Heutzutage k√∂nnen T√§towierungen und Pigmentierungen (Permanent Make Up, Microblading), die nicht mehr aktuell oder misslungen sind, wieder entfernt werden. Was noch vor einigen Jahren unm√∂glich schien, ist dank den neuesten Erkenntnissen kein Problem mehr. Die wohl bekannteste Methode ist die Entfernung von Pigmenten mit dem LASER. Dessen Wirkungsweise ist folgende: Die Laserstrahlen spalten die Pigmentteilchen auf. Diese verbleiben dabei zum gr√∂√üten Teil im¬†K√∂rper. Da¬†ihre Gr√∂√üe jedoch bei jeder Behandlung durch die Spaltung reduziert wird, werden die Farbpartikel irgendwann durch das menschliche Auge nicht mehr wirklich wahrgenommen und das Tattoo bzw. die Pigmentierung wird ¬Ľunsichtbar¬ę. Es¬†entsteht der Eindruck, als ob¬†die Pigmente verschwunden w√§ren. Die¬†‚ÄĒ bei der Zersetzung¬†‚ÄĒ ganz klein gewordenen Partikel werden tats√§chlich durch die Lymphbahnen aus dem K√∂rper ausgeschieden. Das geschieht aber im¬†Laufe der Zeit mit jeder Pigmentierung oder T√§towierung auch ohne Lasereinwirkung. Die kleinsten Farbpartikel l√∂sen sich ab¬†und verlassen den K√∂rper. Daher sieht eine alte T√§towierung¬†/ altes Permanent Make Up¬†oft blasser und verschwommener aus als in¬†der ersten Zeit. Zwischen den Laserbehandlungen m√ľssen Pausen von 1,5-2 Monaten eingehalten werden. Die Anzahl der Behandlungen ist unterschiedlich und h√§ngt vom jeweiligen Einzelfall ab. Im¬†Schnitt sollte man mit 5-10 Behandlungen rechnen. D.h. eine vollst√§ndige Laser-Entfernung dauert¬†ca. 1-2 Jahre. So¬†modern und bequem die Laser-Entfernungsmethode von Pigmenten auch ist, birgt sie einige Risiken, die man kennen sollte. Im¬†Folgenden stellen wir Ihnen einige Gefahrenquellen vor.

GEFAHRENQUELLE NR. 1: TOXISCHE STOFFE

Bei der Zersetzung von organischen¬†/ synthetischen Pigmenten durch den Laser k√∂nnen unterschiedliche toxische Verbindungen entstehen. Diese wandern durch die Lymphbahnen im¬†K√∂rper und k√∂nnen sich unter Umst√§nden in¬†den Lymphknoten ansammeln. Ebenso k√∂nnen Pigmentpartikel, die sich durch die Lasereinwirkung l√∂sen, in¬†den Lymphknoten ¬Ľstecken bleiben¬ę, wenn sie nicht klein genug sind, um¬†den K√∂rper durch die Lymphkan√§le endg√ľltig zu¬†verlassen. Die bei der Laserbehandlung entstehenden Spaltprodukte sind zurzeit noch nicht ausreichend erforscht. Bekannt ist nur, dass diese gesundheitssch√§dlich (u.a. krebserregend) sein und ggf. Allergien ausl√∂sen k√∂nnen.

GEFAHRENQUELLE NR. 2: VERBRENNUNGEN & NARBENBILDUNG

An¬†der Haut steht die Gefahr f√ľr Verbrennungen, unter Umst√§nden mit bleibender Narbenbildung, im¬†Vordergrund. Bei sachgem√§√üer Anwendung besch√§digt der Laserstrahl keine Hautzellen, sondern wirkt selektiv nur auf Farbpigmente ein. Daf√ľr muss das Laserger√§t richtig eingestellt und auf den jeweiligen Hauttyp angepasst werden. Das erfordert Erfahrung und Fingerspitzengef√ľhl. Ist das Ger√§t falsch eingestellt, kann dies zu¬†Blasenbildung und Hautverbrennungen f√ľhren. Und dadurch k√∂nnen folglich Narben entstehen.

Ein Fall f√ľr sich ist die Entfernung von Pigmenten, die auf¬†Acrylaten¬†und √§hnlichen Verbindungen basieren (sie werden oft beim Microblading eingesetzt). Solche Pigmente k√∂nnen unter dem Laserstrahl in der Haut schmelzen, was zu inneren Hautverbrennungen und Narben f√ľhrt¬†(s. Bild links). Au√üerdem werden diese Pigmente vom Laser in den meisten F√§llen nicht erkannt und entfernt. Statt einer Aufhellung / Entfernung kann es zur Sch√§digung der Hautstruktur kommen. Leider wissen die Kund(inn)en oft nicht, welche Pigmente sie in der Haut tragen. Dies erschwert die Sache noch,¬†da man nie wei√ü, wie die t√§towierte / pigmentierte Stelle auf eine Laserbehandlung reagieren wird. Bevor man fl√§chig arbeitet, sollte man grunds√§tzlich eine Testbehandlung an einer kleineren Stelle vornehmen.

GEFAHRENQUELLE¬†NR.¬†3:¬†FARBENUMSCHLAG¬†/¬†FARBVER√ĄNDERUNG

Einige Farben werden vom Laser nicht erkannt und demzufolge auch nicht entfernt. Schlimmer ist es, wenn Farben erkannt und¬†farblich ver√§ndert¬†werden. In erster Linie trifft das auf¬†wei√üe und beige Pigmente (Titaniumoxide) zu. Diese¬†werden unter¬†dem Laserstrahl oft gr√ľn oder dunkelgrau. Manchmal k√∂nnen sie dann in den folgenden Laser-Behandlungen weiter zersetzt und entfernt werden. Meist ist dies jedoch nicht der Fall. Insbesondere die ins Gr√ľne umgeschlagenen Pigmente verbleiben dauerhaft in der Haut und k√∂nnen nur mit anderen Methoden entfernt werden.¬†Auch andere Pigmente (meist organischen Ursprungs) werden oft vom Laser nicht ‚Äěgesehen‚Äú.¬†Dazu geh√∂ren viele Rot-, Orange-, Gr√ľn- und Blaut√∂ne.

GEFAHRENQUELLE¬†NR.¬†4:¬†AUGENSCH√ĄDEN

Bei nicht fachgerechter Handhabung der Ger√§te bestehen Risiken f√ľr die Augen. Da bei dieser Anwendung mit Wellenl√§ngen optischer Strahlung gearbeitet wird, die im Auge die Netzhaut erreichen, sind bei nicht fachgerechter Handhabung und mangelndem Augenschutz bleibende Sch√§den an der Retina m√∂glich. Dies ist insbesondere bei der Entfernung von Pigmenten an den Augenlidern von gro√üer Bedeutung. Die Augen m√ľssen sehr gut gesch√ľtzt werden, z.B. durch spezielle Metalllinsen, die vor der Behandlung auf den Augapfel platziert werden.

GEFAHRENQUELLE NR. 5: HYPOPIGMENTIERUNG DER HAUT

Nach Laserbehandlungen können auf der Haut helle Stellen (Hypopigmentierungen) verbleiben. Das hängt damit zusammen, dass der Laser nicht nur die in der Haut befindlichen Farben, sondern auch die körpereigenen Pigmente zersetzen kann. Die Hypopigmentierungen sind meist dauerhafter Natur. Diese Stellen bekommen auch keine Sonnenbräune mehr.

RECHTLICHE LAGE, STAND 08/2018

Aufgrund von unterschiedlichen Gesundheitsrisiken bei der Laserentfernung von Pigmenten erscheint es mehr als angebracht, diese Behandlungen ausschlie√ülich kompetenten √Ąrzten zu √ľberlassen.

Ab dem 01. Januar 2019 d√ľrfen Laserentfernungen von Permanent Make-up und T√§towierungen nur noch von Fach√§rzten (Haut√§rzten und plastischen Chirurgen) und dessen Fachangestellten durchgef√ľhrt werden.¬†Eine entsprechende Artikelverordnung zur Modernisierung des Strahlenschutzrechts wird dem Bundesumweltministerium zufolge zum 31. Dezember dieses Jahres in Kraft treten.

–> zur Pressemitteilung beim √Ąrzteblatt: ¬†Tattooentfernung per Laser soll nur √Ąrzten erlaubt sein.

Sollten Sie sich also f√ľr eine Entfernung von einem Tattoo / Permanent Make Up / Microblading mittels Laser entscheiden, so suchen Sie am besten eine kompetente Facharztpraxis auf, oder entscheiden Sie sich f√ľr eine andere Entfernungsmethode.

Eine der Alternativen ist die Entfernung von Pigmenten mit Remover. Mehr Informationen: Wirkungsweise und Zusammensetzung. Bei der Remover-Methode werden die Pigmente auf eine ähnliche Weise aus der Haut entfernt, wie sie seinerzeit implantiert wurden. D.h., sie werden auf die Hautoberfläche befördert und verbleiben nicht im Körper. Bei professioneller Anwendung ist diese Methode schnell, narbenfrei und sehr effektiv, da Pigmente jeder Art und Farbe entfernt werden können.

Maria PRIEB, Permanent Make Up Academy BeautyCase, D√ľsseldorf (Trainerin und Sachverst√§ndige f√ľr PMU, 1. Vorsitzende des PMU Fachverband e.V.)

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