Ob ein Permanent Make Up selbständig mit der Zeit verblasst / weggeht / verschwindet, hängt von vielen Faktoren ab und ist sehr schwer pauschal zu beantworten. Das gleiche betrifft Microblading (was nichts anderes als eine Art Permanent MakeUp ist, obwohl die Microblading-Anbieter oft etwas anderes behaupten).
Ich versuche mal, zu erklären, wie sich das Permanent Make Up bzw. Microblading mit der Zeit verändern kann und warum.

3 Faktoren, die das Verblassen von Permanent Make Up beeinflussen

Faktor 1 Verwendete Pigmente / Farben

Es gibt sehr viele Pigmente für Tätowierungen und Permanent Make Up auf dem Markt. Spezielle Pigmente für Permanent Make-up verblassen meistens schneller, da sie speziell für dekorative Pigmentierungen im Gesichtsbereich entwickelt wurden und weniger stabil sind. Diese Eigenschaft ist erwünscht und ermöglicht die spätere Korrektur / Anpassung der Farben und Formen entsprechend den aktuellen Kundenwünschen.Synthetische Pigmente für Permanent Make Up sind stabiler und meist auch konzentrierter als mineralische / anorganische Farben.

Je nachdem ob man sie bei der Arbeit verdünnt oder unverdünnt verwendet, kann die Lebensdauer der Pigmentierung stark variieren. Tattoofarben sind meist sehr konzentriert, außerdem großkörniger und daher viel länger in der Haut haltbar. Damit kann man das Gesicht für immer »schmücken«. Einerseits muss man die Pigmentierung dann nicht mehr auffrischen, andererseits lässt sich in diesem Fall weder die Form noch der Farbe verändern, da es sich eigentlich um ein Tattoo im Gesichtsbereich handelt. Man sollte es deswegen meiden, Tattoofarben für Permanent Make-up zu benutzen.

 

Faktor 2 Tiefe der implantierten Pigmente

Unabhängig davon ob man ein Tattoo, Permanent Make Up oder Microblading machen möchte, müssen die Pigmente in ein und dieselbe Hautschicht implantiert werden, nämlich in die mittlere Haut (Derma). Und zwar sollen sie beim Permanent Make Up im oberen Drittel der Derma-Hautschicht verbleiben, um das spätere Verblassen zu gewährleisten.

Werden die Pigmente zu oberflächlich eingearbeitet, so verschwindet die Pigmentierung bereits nach ein paar Monaten, da die obere Hautschicht (Epidermis) sich ständig erneuert. Die obersten Hautzellen werden von den weiter unten liegenden verdrängt und abgestoßen. Das würde auch mit in dieser Hautschicht liegenden Pigmenten passieren. Je nach Stoffwechsel und Alter der Kundin (des Kunden) nimmt dieser Prozess ca. 1-2,5 Monate in Kauf.

Sind die Pigmente dagegen zu tiefer eingearbeitet, so kann es sein, dass das Permanent Make-up dauerhaft in der Haut verbleibt. Der Grund: in der mittleren bis tieferen Derma-Hautschicht befinden sich die meisten Elastin- und Kollagenfasern, die ein Bindegewebe-Netz bilden. Genau zwischen den Bindegewebe-Zellen, einkalkuliert in den Makrophagen, legen sich die Pigmente ab.

Dort verweilen sie so lange bis sie im Laufe des ständigen Stoffwechsels aus dem Körper abtransportiert oder speziell aus der Haut entfernt werden. Je dichter bzw. fester das Bindehautgewebe, desto länger und stabiler bleibt die Pigmentierung in der Haut. Das erklärt auch, warum Tätowierungen / Pigmentierungen bei unterschiedlichen Menschen anders halten und aussehen.

 

Faktor 3 Arbeitsweise bei der Pigmentierung / Tätowierung

Leichte, ruhige, stabile und eingeübte Hand ist das A und O für professionelle Pigmentierungen und Tätowierungen. Insbesondere bei der Arbeit im Gesichtsbereich ist es extrem wichtig, einfühlsame und »weiche« Hand zu haben, mit der man als PMU-Künstler den Widerstand und / oder Nachgiebigkeit der Haut anhand ihrer Vibration buchstäblich erspüren kann.
Wird die Haut bei der Pigmentierung kaum penetriert, so werden die Pigmente nicht in die richtige Schicht implantiert und das Ergebnis ist viel zu schnelles Verblassen des Permanent Make-ups. Wenn die Haut dagegen zu sehr verletzt, so kann es zu unerwünschten Folgen führen, wie z.B. Vernarbung. Oder die Pigmente bleiben einfach nicht drin, da sie während der zu intensiven Abheilung vom Lypmhsystem abtransportiert werden bzw. mit der viel zu dicken Kruste abfallen.

Am Schlimmsten sind Fälle, wenn die Pigmente gewaltig in die Haut eingearbeitet werden und sich dort dauerhaft manifestieren. Daraus resultieren die allgemein bekannten blauen Augenbrauen und dunkle Lippenkonturen, sowie verschwommene bzw. »ausgelaufene« Listriche. Solches (unprofessionelle) Permanent Makeup verblasst überhaupt nicht. Es bleibt für immer, es sei denn, man lässt es entfernen bzw. aufhellen und anschließend korrigieren.

Natürlich ist dieser Text nicht abschließend. Es gibt noch weitere Faktoren, die das Verblassen von Permanent Makeup, Microblading und Tattoos beeinflussen, u.a. UV-Einwirkung, evtl. Einnahme von Medikamenten, chemische Peelings etc. Allerdings sind das Momente, die nicht mehr vom PMU-Artist oder Tattoo-Künstler beeinflusst werden können und eher mit »Tragen« bzw. Pflege der Pigmentierung zu tun haben.

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